Geschichte

Die Geschichte der Siedlung „Kreuztal“ und die der Marmormühle.

Spätmittlelalter

Im Kreuztal, auf dem Krockstein, wurde einst ein seltener Marmor abgebaut.
Genau diesen roten Marmor, welcher aus einem Korallenriff entstand und somit im Prinzip ein fossieles Korallenriff ist, gibt es nur im Kreuztal.
Neuwerk wird erstmals im 14. Jahrhundert wegen seiner von Michaelsteiner Mönchen betriebenen Marmormühle erwähnt.
Das  es sich bei dieser Mühle um die Kreuzmühle handelt ist möglich.

BAROCK UND ZEIT DER ROMANTIK:

Nachdem der Marmorabbau und damit der Mühlenbetrieb einige Zeit geruht hatte, wurde er 1715 wieder aufgenommen und eine neue sehr pronkvolle Marmormühle gebaut. Der Bertrieb dauerte bis 1889 an und die schon von Goethe schwärmersich  beschiebene Marmormühle wurde abgerissen. Goethe verglich oder verwechselte die Mühle mit einem Schloß.
Der ausgesprochen schöne, rote Marmor ist noch auf den alten Halden des Krocksteins zu finden. Selbst Friedrich der Große verwendete diesen Marmor für sein Schloß Sanssouci.

Die Geschichte der Kreuzmühle und
die der Bewohner des Ortes im 30 jährigen Krieg


SPÄTMITTELALTER:

Ausgerechnet ein Bericht über die Zerstörung der Wassermühle ist eine der ersten uns bekannten Erwähnungen.
Doch die aller erste stammt aus dem Jahr 1534.
In diesem Jahr übertrug der Fürst Ulrich III. von Regenstein die „Mahlmühle im Kosenthale“ an den Blankenburger Bürgermeister Andresas Thomas und seinen Bruder Hans.
Das die Kreuzmühle dem 30 jährigen Krieg und den einfallenden Kroatischen Truppen zum Opfer fiel ist wahrscheinlich.
1622 besiegte der katholische Feldherr Tilly den braunschweigischen Herzog. Nun war das Land in den Händen der Besatzer und das Volk war Pest, Hexenverfolgung und Plünderungen ausgesetzt.
Es heißt in einem Schriftstück von 1645 über ein Bauvorhaben:
„…doch könne der Fürst dem Eigentümer eine andere Mühlstelle der Kunst anweisen, zumal von der Creutzmühle weder Stumpf noch Stein mehr übrig sei und der Eigentümer schon 5 Jahre keinen Erbzins mehr abgestattet habe.“
Doch es kam anders…

Wie kann man sich diese Zeit voerstellen? Vielleicht helfen diese regionalgeschichtlichen Fakten und Erzählungen:
1626…
Kroaten brannten Neuwerk nieder , nur ein Haus wurde verschont. Das Haus der Witwe Hahne in der Hirtengasse. Sie bot Tilly`s Truppen Unterkunft und wollte wohl wegen ihres hohen Alters den Ort nicht verlassen.
Die restlichen Bewohner Neuwerks flohen gegen den Dekret der Besatzer in den Wald.
Davon Zeugt heute noch der Name eines Berges wo zu jener Zeit auch christliche Rituale durchgeführt wurden mußten. Dieses geschah vor einem Baumstumpf; daher „die Pfaffenköppe“.
Später gab es eine Schlacht zwischen den neuwerker und hüttenröder Harzschützen und Kroaten (Truppen des Heerführes Tilly). Die Leichen wurden in Entlüftungsschächte alter Stollen geworfen.
Diese Stelle im Wald nennt sich heute „Gramse Grund“ (Also Grausamer Grund)
Unter dem Gramse Grund befindet sich der „Gülden Winkel“ (Goldener Winkel) Diese Stelle hat ihren Namen von einem angeblich hier gefundenen Schatz aus jener Zeit.

1627 wird die Hauptstadt „Blankenburg“ des Fürstentums – Blankenburg komplett von Tilly eingenommen nachdem sie mit schweren Geschütz beschossen und danach wieder zurückerobert wurde. Auch die aus den Dörfern wie Neuwerk in die Stadt geflüchteten Bürger müssen hier 22 Jahre andauernde Angriffe ertragen.
Neben den Einheimischen fanden auch viele Dänen in Blankenburg zuflucht und kämpften tapfer neben den Harzschützen gegen die einfallenden Truppen.

1521- 1665 Hexenverfolgungsprozesse in den Nachbarorten Wernigerode und Elbingerode. Das Fürstentum Wernigerode war deutlich rückschrittlicher als das seit 1599 braunschweigische Fürstentum Blankenburg zu dem auch die Kreuzmühle gehörte.

1949 endete der Krieg… Jedoch zu geordneten Verhältnissen kam es nur langsam.
Die leiderprobten Bewohner waren zumeist bewaffnet und wurden nur mit dem Privileg des Herzogs die Waffen behalten zu dürfen wieder gehorsam. Von diesem Privileg der einstigen Waldbewohner oder „Harzschützen“ zeugen noch heute die Schützenfeste.
Die Mühle wurde wieder errichtet und war bis 1898 in Betrieb.

BAROCK UND ROKOKO

Der Mühlgraben der Kreuzmühle speiste 1715 nicht nur die Kreuzmühle sondern auch die neue Marmomühle, die nur wenige Meter weiter stand.

Ein Rechtsstreit um 1780 zwischen der Kreuzmühle und einer Neuwerker Mühle gegen einen Wedefurter Müller, läßt darauf schließen dass die Kreuzmühle über ein
„Öl- und Grützemahlwerk“ verfügte.

ZEIT DER ROMANTIK UND BIEDERMEIER

In dieser Zeit besuchten Goethe und Heinrich Heine das Kreuztal.Die Kreuzmühle ehielt um 1800 einen neuen und höher gelegeneren Mühlgraben.
Hierbei diente nicht mehr das vordere Hauptgebäude als Mühle sondern ein Keineres direkt hinter dem Haupthaus.Ca. 1830 entstand ein dritter, noch höher gelegener Mühlgraben. Hiermit erreichte man eine noch größere Fallhöhe des Wassers. Schon zu dieser Zeit gab es eine Schenke im Haupthau (Wohnhaus des Müllers).
Doch die Zeit des Mühlbetriebes war fast vorbei.

GRÜNDERZEIT

-Als die Mühle 1889 verkauft wurde, begannen umfangreiche Umbauarbeiten. Das Wohnhaus wurde zum Hotel, es wurde eine für die Gründerzeit übliche Veranda an das Haus gebaut und an den Mühlbetrieb erinnerte von nun an nur noch der Wasserfall im Hotelpark.
Das „Hotel Krockstein“ (so nannte man die Kreuzmühle zu dieser Zeit) beherbergte schon Gäste wie Max Planc. Laut wunderbaren Gästebucheinträgen dieser Zeit waren es im allgemeinen wohlhabende Gäste. Denn das Hotel besaß schon 1889 Spühltoiletten und Strom. Was zu dieser Zeit keieswegs üblich war. Ein seperater Raum diente als „Kutscherkneipe“.
Auffällig ist auch das häufige Lob der Hotelbetreiberin „Frau Spandau“ in den Gästebüchern

Die Holzfassade der Veranda müßte um 1930 durch eine Backsteifassade ersetzt werden.
Der Wasserfall wurde in der Zeit der DDR stillgelegt und das Gebäude „kaputtsaniert“.
Nach der Wiedervereinigung gab es nur noch kleine Umbauarbeiten.

HEUTE

Im Jahre 2007 begann der Umbau zu einem Zentrum, dass Kunst, musikalische Kulturveranstaltungen und Schwarzromantik miteinander verbindet.
Die Erhaltung dieses geschichtsträchigen Hauses, die Förderung von Kunst und Kultur und die weitgehende Wiederherstellung des Ursprünglichen Zustandes des Gebäudes werden wir weiterhin anstreben und hoffen auf die Hilfe Vieler…

Helfen tuen allein die Gäste durch ihr erscheinen.
Wir danken allen beteiligten für das bereits Geschaffte.